Die Idee, gemeinsam mit den Bewohner:innen des SeneCura Sozialzentrum Schwaz einmal das Traditionsgericht „Zillertaler Krapfen“ zu kochen, entstand eine Woche davor, beim Zubereiten von Eis-Palatschinken. „Die Eis-Palatschinken sind so gut angekommen und die Bewohner:innen hatten eine solche Gaudi, dass die vielen fleißigen Helfer:innen motiviert waren, sich über ein größeres Kochprojekt zu trauen – nämlich Zillertaler Krapfen.“, berichtet Fachsozialbetreuerin Manuela mit einem Lächeln.

„Aber jeder, der das Gericht kennt, weiß, wie viel Arbeit dahintersteckt und da es unser Ansinnen war, so viele Bewohner:innen wie möglich in das Projekt einzubinden, entstand daraus ein Großprojekt.“, berichtet FSB Manuela weiter.

Schritt 1: Festlegen auf ein Rezept und Einkaufsliste schreiben

Wie es bei einem Traditionsgericht so üblich ist, wird es in jeder Region, in jedem Ort – ja sogar in jeder Familie etwas anders zubereitet. Somit bestand die erste Herausforderung darin, sich auf ein Rezept zu einigen, das den Inntalern, den Zillertalern den Pillbergern und Weerbergern gerecht wird. In durchaus lebhaften Diskussionen konnten sich die Bewohner:innen auf eine Machart einigen und das Ergebnis war eine Einkaufsliste und eine festlegte Arbeitsteilung.

Schritt 2: Einkaufen und Blattlproduktion am Vortag

Der Einkauf wurde von FSB Manuela gemeinsam mit Bewohner Edi übernommen. Auch ein Platzregen konnte die beiden nicht davon abhalten, alle Zutaten trocken nach Hause zu bringen.

Der Teig für die „Blattln“ wurde von Bewohnerin Lies gemeinsam mit ihrer Enkelin vorbereitet, die ihr auch die notwendigen Utensilien wie Triebel (Nudelholz) zum Blattln austreiben, Teigkarte zum Füllen und ein großes Nudelbrett ins Heim brachte. Und somit stand der Blattl-Produktion nichts mehr im Wege. 70 Blattln wurden so in Gemeinschaftsarbeit von den Bewohner:innen im Sozialzentrum ausgetrieben. Auch PA Melli durfte von den Profis lernen und sich beim Blattltreiben probieren. „Aus logistischen Gründen wurde ein Teil der Blattlproduktion ausgelagert“ erzählt Projektleiterin Manuela mit einem Schmunzeln und bedankt sich bei der Schwester von Bewohnerin Lies und bei der Schwiegermutter von Mitarbeiterin Vreni, die gemeinsam 160 Blattln zulieferten.

Schritt 3: Füllen, backen, futtern 

Am Freitag war es dann endlich soweit, dass der Lohn der vielen Arbeit mit einem herrlichen Mahl in Aussicht stand. Aber zuvor musste noch die Fülle gemacht, die gut 200 Stück Blattln befüllt und in einem letzten Arbeitsschritt jeder Krapfen einzeln herausgebacken werden.

„Es war wirklich ein Großprojekt, und wir haben jede helfende Hand gebraucht, aber wenn man sieht, mit welchem Eifer die Bewohner:innen bei der Sache waren und welchen Spaß alle hatten, dann ist dies das schönste Geschenk für uns alle“ berichtet eine erschöpfte aber glückliche Projektleiterin Manuela.